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Aktuelle Änderung der Kinderrichtlinie

Screening auf kritische angeborene Herzfehler mittels Pulsoxymetrie bei Neugeborenen

Ein weiterer G-BA-Beschluss vom 24.11.2016 betrifft die Kinderrichtlinie. Kritische angeborene Herzfehler bei Neugeborenen sollen künftig besser entdeckt und damit frühzeitiger behandelt werden. Mit einem entsprechenden Beschluss ergänzte der G-BA die Kinderuntersuchung U1/U2 um die Pulsoxymetrie. Durch das Screening soll ein unverzüglicher Behandlungsbeginn ermöglicht werden.

„Mit dem Pulsoxymetrie-Screening können wir bei der Untersuchung von Neugeborenen eine diagnostische Lücke schließen“, erklärte Dr. Harald Deisler, unparteiisches Mitglied im G-BA und Vorsitzender des Unterausschusses Methodenbewertung. „Bei ungefähr 3 von 10.000 Babys liegt ein kritischer angeborener Herzfehler vor, den man beim Vorsorge-Ultraschall und bei den klinischen Routineuntersuchungen nach der Geburt zunächst nicht erkennen kann. Den betroffenen Neugeborenen kann nun besser geholfen werden. Man kann ihren Zustand früher stabilisieren und sie umgehend behandeln.“

Der beste Zeitpunkt für diese Früherkennungs-Untersuchung liegt nach der 24. und bis zur 48. Lebensstunde. Bei ambulanten Geburten im Krankenhaus kann die Pulsoxymetrie vorge­zogen werden – frühestens 4 Stunden nach der Geburt soll diese vorgenommen werden. Bei Hausgeburten kann sie spätestens im Rahmen der U2 erfolgen. Die Ergebnisse der Pulsoxymetrie und gegebenenfalls der weiterführenden Abklärungsdiagnostik werden im gelben Kinderuntersuchungsheft dokumentiert. Bestandteil der ärztlichen Aufklärung der Eltern vor der Untersuchung ist eine schriftliche Elterninformation mit Erläuterungen zum Screening.

Der jetzt getroffene Beschluss des G-BA enthält Vorgaben zur Durchführungsverantwortung, Qualifikation der Ärztinnen und Ärzte und zur apparativen Ausstattung der durchführenden Einrichtung. Er wird dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Prüfung vorgelegt und tritt nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.

Den Beschlusstext und die sog. „Tragenden Gründe“ finden Sie hier: Link