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Pflegeberufereform – Umsetzung entscheidet über gute Pflege von Kindern

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Eine Kinderkrankenschwester beruhigt ein Neugeborenes, dessen Mutter zum 1. Mal zu Besuch kommt.

Berlin, 25.04.2017 - Nach der Einigung der Koalition über eine Reform der Pflegeberufeausbildung müssen nun die Details festgelegt werden: Gemeinsam mit der Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland (GKinD) appellieren zahlreiche Fachverbände und Elternorganisationen aus der Kinder- und Jugendmedizin an die Politik, bei der Umsetzung die Interessen kranker Kinder im Blick zu behalten. Zusätzlich mahnen sie an, die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung umgehend vorzulegen: Ohne diese ist eine fachgerechte Beurteilung der Pflegeausbildungsreform nicht möglich.

Der Kompromiss sieht vor, die Krankenpflege- Ausbildung abzuschaffen und durch eine generalistische Pflegeausbildung zu ersetzen. Deren Absolventen wären auch zur Pflege von Kindern berechtigt. Parallel dazu sollen die Berufe Altenpflege und Kinderkrankenpflege erhalten bleiben. Diese Qualifikation ist zukünftig in einer zweijährigen generalistischen Ausbildung sowie einem zusätzlichen Jahr separater spezialisierter Ausbildung zu erwerben. Die Neuregelungen sollen erstmals für die Ausbildungsjahrgänge ab 2019 gelten. - Konkrete Festlegungen für die Ausbildungs- und Prüfungsordnung stehen noch aus.

Um die geplante Pflegeberufereform fachgerecht bewerten zu können, müsste die Ausbildungs- und Prüfungsordnung umgehend vorgelegt werden, rechtzeitig vor der Entscheidung über die Gesetzesvorlage selbst, fordert GKinD.

Kranke Kinder: Fachwissen und bestmögliche Versorgung sind unverzichtbar

Seit Beginn der Diskussion um die Pläne für eine Ausbildungsreform in der Pflege hat sich die Fachwelt der Kinder- und Jugendmedizin für einen Erhalt der spezialisierten Ausbildung in der Kinderkrankenpflege ausgesprochen.

Hauptargument war dabei der Erhalt der Qualität der Pflege in diesem sehr anspruchsvollen Bereich: „Für die Träger von Kinderkliniken und –abteilungen und ihre Patienten sind gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege unverzichtbar. Gut qualifiziert bedeutet in der Kinderkrankenpflege möglichst weitgehend spezialisiert zu sein auf die Versorgung von Kindern in allen Entwicklungsphasen vom Frühgeborenen über das Säuglings-, Klein- und Schulkindalter bis zum jungen Erwachsenen - mit vertieftem Fachwissen auf dem aktuellen Stand,“ betont GKinD-Vorsitzender Andreas Wachtel.

Die Kinder- und Jugendmedizin und die Kinderkliniken können in den letzten Jahren und Jahrzehnten auf große Erfolge für die Kindergesundheit zurückblicken. Die hohe Spezialisierung spiegelt sich dank einer anspruchsvollen Ausbildung zur Kinderkrankenpflege-Fachkraft wider und die Pflege hat deshalb einen hohen Anteil an dieser Erfolgsgeschichte.

„Diese hohe Versorgungsqualität lassen wir uns nicht nehmen“, betont Andreas Wachtel, „der Nutzen für die kranken Kinder und ihre Angehörigen muss weiterhin im Mittelpunkt stehen.“

Evaluation: Qualität im Vordergrund

In einem Forderungspapier, das den zuständigen Bundestagsabgeordneten heute zugeht [s. dazu Link weiter unten], fassen die kinder- und jugendmedizinischen Gesellschaften und Elternverbände die Kriterien für eine gelingende Pflegeberufereform zusammen.

Der Kompromissvorschlag von CDU/CSU und SPD sieht 6 Jahre nach Einführung die Pflicht zur Evaluation vor. Diese Erhebung wird grundsätzlich begrüßt. Das Ergebnis der Evaluation soll über den Fortbestand der spezialisierten Berufsausbildungen Altenpflege und Kinderkrankenpflege entscheiden, allerdings nach rein numerischen Gesichtspunkten.

Über die Abschaffung oder Beibehaltung der getrennten Abschlüsse soll der Bundestag nach Vorliegen des Evaluationsberichts 2025 beschließen. Im Kompromiss der Koalition heißt es: „Haben sich von den Auszubildenden der Alten- und Kinderkrankenpflege, die zwischen den separaten Abschlüssen und der Generalistik gewählt haben, mehr als 50 % für den generalistischen Abschluss entschieden, dann soll der getrennte Abschluss abgeschafft werden.“

Diese Bewertung muss sich auf den jeweiligen Ausbildungsschwerpunkt beziehen und für Alten- und Kinderkrankenpflege jeweils eigenständig evaluiert werden, da ansonsten die Kinderkrankenpflege schon rein numerisch kaum eine Chance auf Erhalt hätte: Den 6.300 Auszubildenden in der Kinderkrankenpflege stehen 126.000 in der Kranken- und Altenpflege gegenüber.

Das kann aber nicht das einzige Entscheidungskriterium sein. Deshalb ist es wichtig, dass auch die Absolventen selbst sowie die Kliniken nach ihrer Einschätzung befragt werden, wie gut die jeweilige Ausbildungsvariante auf die Pflege von 0- bis 18-jährigen Patienten vorbereitet.

Vorstandsvorsitzender Andreas Wachtel: „An der Qualität der Pflege muss sich die Evaluation der Neuordnung der Pflegeberufe orientieren. Kinder brauchen die beste Pflege. Kinder müssen auch in Zukunft durch spezialisierte und hoch qualifizierte Kinderkranken-Pflegekräfte gepflegt werden.“

Link zum Forderungspapier

Ansprechpartner für die Presse:

Jochen Scheel
Tannenstr. 15
57290 Neunkirchen
Fon 030.60984280
Fax 030.60984283
E-Mail

18.04.2017

Bundesteilhabegesetz wird umgesetzt

Das Bundeskabinett hat zu Ostern den Entwurf des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG) in das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren verabschiedet und bereitet damit ergänzende Schritte zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) vor. Das BTHG von Ende 2016 wird in mehreren Stufen bis 2023 umgesetzt werden. Dazu sind noch weitere Gesetzesänderungen notwendig.

Die Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland e.V. (GKinD) begrüßt die im Gesetzentwurf des Bundeskabinetts zum KJSG enthaltenen zahlreichen Verbesserungen zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen, die sich im Achten Buch des Sozialgesetzbuchs, aber auch im Bürgerlichen Gesetzbuch und im Jugendgerichtsgesetz niederschlagen werden. Neben den Eltern erhalten auch Kinder und Jugendliche einen generellen eigenen Beratungsanspruch – nicht mehr nur beschränkt auf Notsi-tuationen. Als unabhängige Anlaufstelle sind sogenannte Ombudsstellen vorgesehen. In dem Zuständigkeitsbereich der Jugendhilfe, also für die Kinder in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege sind die Grundlagen für die Inklusion (also die gemeinsame Betreuung von behinderten und nicht behinderten Kindern) geschaffen.

Die Rechte und die Sicherheit für Pflegekinder werden gestärkt, u.a. durch verbesserte Beratung und Unterstützung von Herkunftseltern und Pflegeeltern. Zudem erhalten die Familiengerichte die Möglichkeit, den dauerhaften Verbleib des Pflegekindes in der Pflegefamilie anzuordnen, wenn eine Verbesserung der Erziehungsverhältnisse in der Herkunftsfamilie trotz Beratung und Unterstützung der Eltern innerhalb eines im Hinblick auf die Entwicklung des Pflegekindes vertretbaren Zeitraums nicht erreicht wurde und auch künftig nicht zu erwarten ist und der Verbleib des Pflegekindes in der Pflegefamilie zum Wohl des Kindes erforderlich ist. Künftig soll sich die Klärung und Berücksichtigung der Lebensperspektive für Pflegekinder am kindlichen Zeitempfinden orientieren und ist als Kriterium vom Träger der öffentlichen Jugendhilfe als auch in Verfahren und bei Ent-scheidungen der Familiengerichte zu berücksichtigen.

Der Schutz von Kindern, Jugendlichen und Frauen in Aufnahmeeinrichtungen von Asylbewerbern wird verbessert.

Das Gesundheitswesen und insbesondere die Kinder- und Jugendärzte aus Praxis, Klinik, SPZ und ÖGD werden stärker in die Verantwortungsgemeinschaft für einen wirksamen Kinderschutz einbezogen. Zu jeder Zeit sind die Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte wichtige Ansprechpartner für ratsuchende und verunsicherte Eltern, aber auch Anwälte für die Rechte von Kindern und Jugendlichen. In Zukunft sollen die Kinder- und Jugendärzte am Prozess der Gefährdungseinschätzung und den Fragen der notwendigen Maßnahmen im Sinne des Kindes und den möglicherweise schwierigen Familienbedingungen einbezogen werden. Entsprechend der langjährigen Forderung der Kinder- und Jugendärzte und nach der Evaluation des Bundeskinderschutzgesetzes wird es auch Rückmeldungen über den weiteren Fortgang des Verfahrens der Gefährdungseinschätzung an die betreuenden Ärzte, zu denen die Eltern Vertrauen haben, geben.

Der Leitgedanke der Inklusion auf Grundlage des Übereinkommens für die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-Behindertenrechtskonvention) wird programmatisch im SGB VIII verankert und durch spezifische Handlungsaufträge fortgeführt. Im Stufenplan des Bundesteilhabegesetzes ist vorgesehen, dass auch Kinder und Jugendliche mit körperlichen und geistigen Behinderungen in die Zuständigkeit der Jugendhilfe fallen (sogenannte große Lösung). Im jetzt beschlossenen KJSG ist dieser Schritt noch nicht enthalten.

Pressekontakt: Jochen Scheel

Pressemitteilung als PDF: PDF

14.02.2017

Pflegeberufereform – Kinderkrankenpflegeausbildung verbessern statt verwässern

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Eine Kinderkrankenschwester beruhigt ein Neugeborenes, dessen Mutter zum 1. Mal zu Besuch kommt.

Berlin, 14.02.2017 - Die Bundesregierung plant weiterhin, die Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege in einer generalistischen Ausbildung zusammenzulegen. Offener Brief kritisiert politischen Umgang mit der Pflegeberufereform.

Kinder können ihre Rechte nicht allein wahrnehmen, sie müssen auf die besondere Fürsorge durch den Gesetzgeber vertrauen. Die Diskussion der letzten Monate über eine Reform der Pflegeberufeausbildung hat etwas Wesentliches aus dem Blick verloren: das Wohl der zu Pflegenden.

Die Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland (GKinD) kritisiert das Vorgehen der Politik:

Das aktuelle Vorhaben, das Gesetz nun im Koalitionsausschuss zu beraten, lässt befürchten, dass die sachlichen Argumente der Betroffenen und der Patienten-Eltern auch weiterhin konsequent überhört werden. Die Zukunftssicherung einer guten Pflege für Kinder sieht anders aus.

Diese Befürchtung wird von nahezu allen, die tagtäglich Kinder und Jugendliche medizinisch versorgen, geteilt. In einem Offenen Brief wenden sich jetzt mehr als 30 Verbände und Organisationen rund um die Kinder- und Jugendmedizin und aus der Eltern-Selbsthilfe an die Parteispitzen von CDU, CSU und SPD. Darin kritisieren sie den Umgang mit dem Pflegeberufereformgesetz und fordern eine sachliche und fachorientierte Prüfung der Reformansätze.

In dem Offenen Brief wird auch ein Lösungsvorschlag genannt, der für die Pflege kranker Kinder eine Ausbildung vorsieht, die mindestens die Hälfte der Zeit in Theorie und Praxis spezifisch für die Kinderkrankenpflege investiert. Für die Versorgung von Kindern und Jugendlichen brauchen wir hochspezialisierte Kinderkrankenpflege-Fachfrauen und –männer und keine Generalisten.

Wir fordern daher eine Reform der Pflegeberufe, die unabhängig von politischen Erwägungen auch die Bedürfnisse kranker Kinder und die Qualität der Kinderkrankenpflege im Blick hat. Es ist Aufgabe der Politik, die Kinderkrankenpflegeausbildung zu verbessern statt sie zu verwässern!

Link zum Offenen Brief

Pressekontakt: Jochen Scheel

18.03.2016

Kinderkrankenpflege-Ausbildung vor dem Aus – Was sagen die Betroffenen?

Ankündigung Pressekonferenz

Die Bundesregierung plant, die drei Berufe Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie die Altenpflege in einer generalistischen Ausbildung zusammenzulegen. Künftig soll es nach dieser 3jährigen Ausbildung nur „Pflegefachfrauen“ und „Pflegefachmänner“ geben, die Menschen aller Altersstufen pflegen können sollen.

Angesichts dieser Pläne wollte die Kinderkrankenschwester Monika Otte aus Marburg nicht tatenlos zuschauen. Sie startete eine Bundestagspetition, die innerhalb von 3 Wochen über 80.000 Unterschriften erreichte. Bis Ende Februar sind rd. 150.000 Unterschriften eingegangen. Zusätzlich führte sie eine Umfrage bei den Betroffenen durch. Wie sehen Kinderkrankenpflegerinnen und -pfleger die von der Bundesregierung geplante Pflegeausbildungsreform?

Die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage wird Monika Otte in einer Pressekonferenz vorstellen:

Ort: Tagungszentrum im Haus der Bundespressekonferenz
Zeit: Dienstag, 05.04.2016, 11:00 Uhr
Gesprächspartner: u.a. Frau Monika Otte
Veranstalter: DGKJ e.V., GKinD e.V.

Wir freuen uns, wenn Sie den Termin vormerken. Gerne nehmen wir auch jetzt schon Anmeldungen (mit Name + Redaktion) entgegen unter: presse(at)dgkj.de 

Pressekontakt:
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)
Chausseestr. 128/129 | 10115 Berlin
Tel. +49 30 3087779-14 | presse(at)dgkj.de

09.08.2014

ZDF berichtet in heute und ML Mona Lisa über die Situation der Kinderkliniken

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Sowohl in der heute Sendung am 08.08.2014 als auch im Magazin ML Mona Lisa am 09.08.2014 berichtet das ZDF ausführlich über die Situation der Kinderkliniken. Zu den Beiträgen:

Link heute Sendung

Link ML Mona Lisa

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Aktion Website

30.06.2014

Gemeinsame Pressemitteilung Bundesärztekammer, DGKJ und GKinD

Gute Versorgung von Kindern und Jugendlichen an Kliniken sichern PDF

26.05.2014

Presseinfo GKinD-Fachtagung 2014

Qualitätssicherung bei Früh- und Reifgeborenen Hauptthema der GKinD-Fachtagung 2014 PDF

11.04.2014

Zahlen, Daten, Fakten zur Aktion "Rettet die Kinderstation"

Hier finden Sie weiterführende Informationem zum Hintergrund der Aktion PDF

11.04.2014

Gemeinsame Presseinfo DGKJ und GKinD zur Aktion "Rette die Kinderstation"

Die gemeinsame Pressinfo von DGKJ und GKinD kann hier heruntergeladen werden PDF

24.05.2013

Pressemitteilung GKinD-Fachtagung 2013

GKinD fordert Klarstellung beim Sicherstellungszuschlag für Kinderkliniken PDF

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Gesundheitspolitiker in der Diskussion, v.l.n.r.: Dr. Harald Terpe, Bündnis 90/Die Grünen-Bundestagsfraktion, Mitglied im Gesundheitsausschuss, Harald Weinberg, Bundestagsfraktion DIE LINKE, Mitglied im Gesundheitsausschuss, Bärbel Bas, SPD-Bundestagsfraktion, Mitglied im Gesundheitsausschuss, Roland Riese, stellvertretender Vorsitzender des Bundesfachausschusses der FDP für Soziales. Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland e.V. (GKinD)/Volker Neumann, Lehrte